Allgemein

Vorlesen als Wettbewerb

Eigentlich ist das Lesen eine private Sache, die ganz viel Nutzen für das eigene Gehirn mit sich bringt und der, wenn der gelesene und verstandene Inhalt kommuniziert wird, im Idealfall noch an die Umgebung abstrahlt. Wir geben Informationen oder Erklärungen, Technisches oder Schöngeistiges, Fach- oder die eigene Meinung wider, fußend auf einer soliden Basis – dem erlesenen Wissen. Die ganz Glücklichen unter uns sehen sich noch zu Transferleistungen in der Lage, nämlich eigene Schlüsse aus dem Gelesenen zu ziehen oder jenes in neue Zusammenhänge zu stellen. Verknüpfung über Verknüpfung. Toll. Die erfolgreichen Menschen verfügen in der Regel über eine ausgeprägte Transferfähigkeit und bringen Vieles mit Vielem in Verbindung. Die Chaotischeren transferieren auch: Sie verknüpfen alles mit allem und ziehen dann interessante/absurde/kreative Schlüsse, die evt. hilfreich oder zumindest unterhaltsam sein können.

Beim Vorlesen verhält es sich etwas anders: Dies ist eine Luxussituation, zumindest für den Zuhörer. ER/sie öffnet den Kopf und das blabla des Vorlesers sickert hinein und hinterlässt eine gewisse Wirkung. So erlebt beim Vorlesetag an der Mittelschule Großostheim. Eine sogar ganz wunderbare Situation für das Publikum. Beim Vorlesewettbewerb haben wir sogar wieder eine andere Art des Lesens und Zuhörens. (Man sieht also, dass das Feld des Lesens ein weites ist: die unterschiedlichsten Spielarten sind hier möglich.) Hier geht es also um einen Wettstreit verschiedener Vorleser, die um die Gunst einer Jury wetteifern. Den beiden Klassenlehrerinnen der 6. Jahrgangsstufen und dem Rektor oblag die schwierige Aufgabe, aus den im Vorfeld ermittelten Klassensiegerinnen DEN Leser der 6. Klassen zu küren. Das fiel extrem schwer, gaben sich doch alle Kinder die größte Mühe. Alle beachteten die erlernten Prämissen der Betonung und stimmungsvollen Gestaltung des Lesetextes. Zudem hatte sich jedes Kind ausgezeichnet am eigenen Text vorbereitet.

Luca De Leandro aus der 6b hatte „Peter Pan“ in der Bearbeitung von Manfred Mai dabei, Pauline Pusch (6b) einen Auszug aus „Das Große Buch zur Weihnachtszeit“ von Marlies Bandell. Aus „Biber undercover“ von Rüdiger Bertram las Paula Rauscher aus der 6a vor. Mit „Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden“ von Heike Abidi erfreute Kethe Baar (6a) das Publikum. Die anderen beiden Klassensiegerinnen waren leider erkrankt. Je zwei Minuten las jeder aus seinem vorbereiteten Text vor. Anschließend gab es noch einen Durchgang mit einem unbekannten Text aus „Elvis Gursinski und der Grabstein ohne Namen“ von Kirsten Reinhardt. Und, wie gesagt, die Wahl war eine schwierige Entscheidung, da die Kinder allesamt flüssig und gut intoniert vortrugen. Am Schluss fiel die Entscheidung für die Schulsiegerin auf Paula Rauscher. Pauline Pusch wurde zweite und Kethe Baar dritte Schulsiegerin. Wir gratulieren herzlichst und hoffen darauf, dass auch die spannende Wettbewerbssituation ihren Teil dazu beitragen kann, fürs Lesen und Vorlesen zu begeistern.

 

Sony Hochrein- von Willert, Klassenleiterin 6b

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