Polizei warnt vor Cybermobbing

Informationsveranstaltung an der Mittelschule Großostheim

Auf Initiative von Herrn Benz, zuständig für Jugend- und Sozialarbeit an Schulen, arbeiteten zwei Beamte der AG Jugend von der Polizei mit den 6. und 7. Klassen der Mittelschule Großostheim das Thema Cybermobbing auf.

Bei der Abfrage stellte sich, leider nicht überraschend, heraus, dass schon viele Schüler als Opfer Bekanntschaft mit Mobbing gemacht haben. Sehr gut Bescheid wussten die Schüler auch, was Mobbing ausmacht und welche Handlungen zu Mobbing gehören. Sie konnten von fiesen Nachrichten, öffentlichen Beleidigungen, dem Verbreiten von unangenehmen Dingen in einem Chat, dem sie nicht angehören und dem Versenden von peinlichen Bildern berichten. Geschickt verstanden es die Referenten mit dem Eisschollenspiel das Gefühl von Ausgrenzung zu vermitteln.

In der Präsentation erfuhren die Teilnehmer, dass viele dieser Mobbinghandlungen nach dem Strafgesetzbuch und dem Urheberrecht strafbar sind. Für Täter können die Folgen, je nach Schwere drastisch ausfallen und Konsequenzen haben. Die Durchsuchung der Wohnung und das Sicherstellen, bzw.der Entzug der elektronischen Geräte können ebenso dazu gehören, wie die Verständigung des Jugendamtes. Nach Gerichtsverhandlungen drohen Sozialstunden oder gar Jugendarrest. Auch Geldstrafen sind ein Mittel. Der Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis macht sich für Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle nicht gut. Wehtun dürfte die Information an die Führerscheinstelle, denn dann darf man möglicherweise erstmal keinen Führerschein machen.

Die Folgen von Cybermobbing für das Opfer zeigte die Polizei anhand eines Videos von Amanda Todd, einer 15-jährigen Kanadierin auf. Jemand hatte sie überredet Fotos von sich zu schicken, die ihre Brüste zeigten. Die Fotos gelangten ins Netz und wurden dann in den sozialen Netzwerken verbreitet.Es folgte ein Spießrutenlauf. Ein Wechsel an eine andere Schule half ihr nicht, denn das Internet vergisst nichts. An der neuen Schule wurde sie wiederum beleidigt und gemobbt. Ein missglückter Suizidversuch führte zu weiterem Mobbing; sie sei zu blöd sich umzubringen. Am Ende drehte Amanda das Video, indem sie ihre Geschichte aufzeigte, kletterte auf ein Dach und sprang.

Die Polizei appellierte darum: „Versucht miteinander in der Schule auszukommen, auch wenn ihr keine Freunde seid. Und denkt daran, wer heute mobbt, kann morgen schon das Opfer sein!“

In einer Gruppenarbeit trugen die Schüler zusammen, was und wer im Fall von Cybermobbing helfen kann: Den Eltern oder einer Person desVertrauens davon erzählen. In der Schule sind Klassenlehrer, Vertrauenslehrer, Sozialpädagoge oder auch die Streitschlichter mögliche Ansprechpartner.

Der rechtzeitige Gang zur Polizei sollte nicht gescheut werden.

Die Spezialisten rieten auch unbedingt: „Verratet in den Netzwerken nicht alles, seid misstrauisch und verwendet sichere Passwörter!“